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Schützenfest 2017

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Schützenfest 2017


Nachdem am 22. April bereits der Busch an der Vogelstange angebracht wurde, um damit den Menzelern zu zeigen, dass das Schützenfest naht, erfolgte kurz darauf die Vogeltaufe. Dazu brachte Tischler Josef Geise den Aar zum Haus des Königs. Seit mehr als zwanzig Jahren fertigt Geise, der auch Vater der Königin ist, den Menzeler Schützenvogel. Für einen Täufling ist es wichtig einen Taufzeugen zu haben. Dieses bedeutungsvolle Amt übernahm ein weiteres Mal Dauerpate Heinz Michel. Das gefiederte Tier bekam dabei den Namen Günni. Der König Thorsten Bachmurra sieht ihn als Referenz an seinen Vater Günter, welcher ein Schützenbruder mit Leib und Seele ist und der den Verein einige Jahre als Hallenwart unterstützte. Das Königspaar wohnte diesem Ereignis nicht nur mit einem lachenden, sondern auch mit einem weinenden Auge bei. Da mit dem nahenden Schützenfest auch ihre Regentschaft endet. Sie erinnerten sich gerne an die vielen schönen Momente und Begegnungen, die sie erleben durften.



Der Samstag begann mit dem Ständchen bringen des Menzeler Tambourcorps und des Musikvereins „Jugendlust“ aus Scharmede. Sie starteten ihren musikalischen Reigen um 14:30 Uhr bei der Königin Carolin Geise. Thorsten Bachmurra wurde als nächster in seiner Funktion als Kassierer geehrt.  Anschließend machen die Musiker noch dem Ehrenvorsitzenden Josef Köster und dem Ehrenoberst Wilhelm Lütkenhaus sowie dem aktuellen Vorsitzenden Bernd Rüther ihre Aufwartung.

Zum Gottesdienst konnten sich die Bewohner des Haardorfes gleich eines doppelten geistlichen Beistands erfreuen,  denn Pastor Gosmann erhielt bei der Feier der Schützenmesse Unterstützung durch den Oberntudorfer Geistlichen und gebürtigen Menzeler Wilhelm Rüther, den Bruder des Obersts. Rüther konnte sich zu Beginn des Gottesdienstes einen kleinen Seitenhieb auf die Scharmeder Musik nicht verkneifen. „Uns in Oberntudorf habt ihr ja leider verlassen. Es scheint mir wohl so, als dass das Menzeler Schützenfest für euch das bessere ist.“, bemerkte er mit einem Augenzwinkern. Nach dem Gottesdienst traten die Vereinsmitglieder an, um das Königspaar Thorsten Bachmurra und Carolin Geise abzuholen. Der Weg des Schützenzuges führte anschließend zum Haus Rüther-Grobe. Dort ließ die Kompanie, begleitet durch das Tambourcorps Menzel und den Musikverein Scharmede, Ludger Rüther und Iris Rüther hochleben. Nach einem spannenden Ringen um die Königswürde war es Rüther vor 25 Jahren gelungen sich gegen seinen Bruder Wilhelm durchzusetzen. Zu seiner Königin erwählte er damals seine Cousine Iris. Der Vater des Königs, Wilhelm Rüther sen. hatte sich selbst des Öfteren unter der Vogelstange um den  Menzeler Thron beworben.  Einige Male hatte er dabei auch den vorletzten Schuss abgegeben. Sein Kommentar zum erfolgreichen Erstversuch des damals 20jährigen: „ Wer in jungen Jahren den Vogel abschießt, der kann früh und oft Jubelkönig werden.“ Um seine Jubelregentschaft würdig und unbeschwert zu feiern, hat der Menzeler Oberst seine Aufgaben als Kommandeur der Schützen eigens für diesen Tag auf Heiko Halberschmidt übertragen. Diesem war sichtlich anzumerken, dass er sein  Amt mit Pflichtbewusstsein und Freude souverän ausfüllte.


Die zweite Station ihres Marsches durch das Dorf legten die Schützen bei Lieselotte Farke ein. War es Iris Rüther vergönnt, schon mit 18 Jahren den Menzeler Schützenverein als Königin zu repräsentieren, so wurde sie in dieser Hinsicht noch von Lieselotte Farke übertroffen. Die saß vor 50 Jahren bereits im zarten Alter von 17 Jahren auf dem Thron. Helene Hucht, welche vor 60 Jahren den Verein repräsentierte, wurde bereits am Nachmittag in privater Form durch den Vorsitzenden geehrt. Dem 50jährigen Jubelkönig Ludwig Rose sowie Erich Scheithauer, der vor 40 Jahren den letzten Schuss auf den hölzernen  Aar abgegeben hatte, wurden die Glückwünsche durch den Vorstand in den Tagen nach dem Fest überbracht.
Der Umzug fand seinen krönenden Abschluss am Ehrenmal des Ortes. Dort wurde der Große Zapfenstreich im Schein der Fackeln abgehalten.

In der Schützenhalle erfolge anschließend die Verleihung der Orden an langjährige und verdiente Mitglieder. Dabei wirkte der Vorsitzende des Vereins Bernd Rüther als Laudator. Bevor die Geehrten die Ehrenzeichen von der Königin angeheftet bekamen, gab Rüther einen Rückblick auf deren langjähriges Wirken. Egon-Werner Rüther-Hesse, der inzwischen auf eine 40jährige Vereinszugehörigkeit zurückblicken kann und als Kranzträger zum Einsatz kam, lies sich aus familiären Gründen entschuldigen. Norbert Wiedenstridt und Franz-Josef Prinz sind bereits seit 50 Jahren im Verein aktiv. Prinz war 1973 und 1974 Fahnenoffizier. Die Königswürde errang er im Jahr 1975. Danach bekleidete er von 1976 bis 1980 das Amt des Hauptmanns. Zwischen 1984 und 1986 fungierte er als 1. Vorsitzender des Vereins. In 1998, dem Jahr des 250. Vereinsjubiläums, errang er sogar die Kaiserwürde. Norbert Wiedenstridt hatte in Menzel keine besonderen Ämter inne. Bernd Rüther wies aber auf dessen Einsatz in Waldhausen hin. „ Norbert, du hast in Menzel dein Schützenhandwerk erlernt und dann den Waldhäusern gezeigt, was man daraus machen kann." bemerkt er. Der Vorsitzende bezog sich damit auf die zweimalige Königswürde, die der Geehrte bei dem befreundeten Verein erringen konnte. Heinrich Schulte-Hötte, der ebenfalls  bereits ein halbes Jahrhundert dem Schützenwesen treu ist und im Jahr 1987 König war, konnte an der Ehrung aus Gründen einer Familienfeier nicht teilnehmen. Ebenso verhindert war auch der langjährige Tambourmajor Franz Schmücker, der 60jähriger Mitgliedsjubilar ist. Die Orden erhielten Schulte-Hötte und Schmücker am Montag zu Beginn des Vogelschießens. Ein weiterer Jubilar war Josef Schiller, welcher ebenfalls 60 Jahre dem Menzeler Schützenverein angehört.

Eine besondere Ehre wurde Hubert Köster zuteil. Dazu waren der Geschäftsführer des Kreisschützenbundes Bernhard Gerken und Tobias Fernim als Beiratsmitglied für das Stadtgebiet Rüthen in der Schützenhalle erschienen. Gerken verlieh Köster den Schützenorden des Sauerländer Schützenbundes für hervorragende Verdienste und Fernim verlas die dazugehörige Urkunde. Köster gehörte dem Vorstand über mehr als 25 Jahre an. Bei der Neueindeckung des Hallendaches hatte Köster die Federführung. Bei weiteren handwerklichen Einsätzen, wie der Erneuerung der Toilettenanlage, des Hallenvorplatzes und dem Einbau der Heizung war er maßgeblich beteiligt. Im Jahre 1994 errang er zudem  die Königswürde. Dazu bemerkte Gerken: „Hubert, das habe ich noch genau in Erinnerung, da ich zu der Zeit König in Uelde war." Obwohl Köster im Winter sein Amt als Fahnenoffizier niedergelegt hat, bleibt er dem Verein erhalten. Er wird weiterhin als Hallenwart der Menzeler Schützenhalle mit dem Verein zusammenarbeiten. Köster nahm die Ehrung sichtlich gerührt entgegen.

Erwähnenswert an diesem Abend ist noch eine musikalische Überraschung. Zu späterer Stunde marschierte der Tambourcorps Mühlheim auf, der sich auf der Rückfahrt von einem Freundschaftstreffen überlegt hatte, noch einen kurzen Zwischenstopp einzulegen.


Der Schützenfestsonntag begann um 14 Uhr mit dem großen Schützenumzug, an dem zusätzlich der Spielmannzug aus Oestereiden teilnahm. Bei prächtigem Sonnenschein wurden zunächst die Fahnen und der Kranz sowie der Oberst mit seinem Adjutanten abgeholt. Im Heckenweg präsentierte sich dann das Königspaar mit ihrem wundschönen Hofstaat den Schützen. Beim Umzug säumten zahlreiche Zuschauer die Straßen und spendeten kräftig Applaus. Auf der Halle konnten sich die Menzeler und die zahlreichen Gäste nach dem obligatorischen Königstanz an den musikalischen Künsten der drei Musikvereine erfreuen.

Der Abend endete mit dem traditionellen Eierbacken beim König. Um die Eierversorgung sicherzustellen und die frische der Eier zu garantieren, wurde noch spontan in der Nacht eine Legehenne organisiert, die den Anwesenden Gesellschaft leistete.


Nach dem Schützenfrühstück machten sich am nächsten Morgen die Schützen auf, einen neuen Schützenkönig zu ermitteln. Zuvor hatte das Königspaar dem Schützenverein mehrere Bierträger gestiftet, die vom Vater der Königin hergestellt worden waren. Zum Vogelschießen fand sich auch Bürgermeister Peter Weiken, der sich mit dem Ehrenschuss den Apfel sicherte. Krone und Fass gingen an Eckhard Ebers und das Zepter an Dennis Dusny.

Auch in diesem Jahr fanden sich zunächst mehrere Bewerber um die Königswürde. Doch als es ernst wurde zogen sich Lukas Risse und Franz-Josef Dusny zurück und überließen Philipp Rüther das Feld. Mit dem 229. Schuss fegte er  den Vogel aus dem Kugelfang. Die Freude des neuen Schützenkönigs war groß, hatte er doch im Vorjahr noch das Nachsehen beim Ringen um die Königswürde gehabt. Zur Königin erwählte er seine Freundin Kira Kloß aus Rixbeck. Begeistert nahmen die beiden die Glückwünsche der zahlreichen Gratulanten entgegen.


Nach der Proklamation und der Übergabe der Insignien ging es zur Schützenhalle. Bis zum Abholen des charmanten Königspaares wurde dort in bierseliger Stimmung weitergefeiert. Das junge Königspaar präsentierte sich dann beim Umzug in prächtiger Stimmung. Dabei wurden sie von Schützen in Fußballtrikots, der neuen Standarte des Clubs der Scharfen, deren Vorsitzender der neue König ist, sowie einzelner Schützen aus dem Heimatort der Königin begleitet. Trotz des feuchten Wetters wurde zusammen mit dem Hofstaat und zahlreichen auswertigen Gästen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Da auf Groben Hof genügend Hühner vorhanden waren, konnte für das Eierbacken auf die Beschaffung von Legehennen verzichtet werden.

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