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Entstehungsgeschichte

Geschichte

Das genaue Alter unseres Dorfes ist nicht bekannt. Der älteste Hinweis auf eine Besiedlung unserer Heimat ist ein aus der Jungsteinzeit (4.000 bis 1.750 v. Chr.) stammendes Flintgerät sowie mehrere Streufunde von Klingen, Schabern, Kratzern und ähnlichen Gegenständen. Aus der selben Zeit stammen wohl auch mehrere Funde von Steinbeilen in unserer Feldflur.

Gegründet wurde Menzel nach dem derzeitigen Wissen wahrscheinlich um 700 nach Christus durch die Sachsen. Diese breiteten ihr Siedlungsgebiet in jener Zeit weiter nach Norden aus. Die Lage war ideal für die Anlage eines Dorfes. Zum einen war der Ort durch die Muldenlage gegen Wettereinflüße geschützt, Feinde konnten das Dorf nicht so schnell erkennen, zum anderen waren genügend Quellen vorhanden, die die Wasserversorgung sicherten.

Der Name des Dorfes kommt in den ersten Urkunden in verschiedenen Schreibweisen vor, zum Beispiel Menzeloe; Melsele, oder auch Mentzel. Über die Bedeutung des Namens gehen die Deutungen auseinander. Am verbreitetsten ist die Deutung Bienen- oder Honigwald von Menzeloh her. Die Endung Loh kommt aus dem Altdeutschen und bedeutet Wald, Gebüsch, Holz. Sie deutet auf die dichte Bewaldung zur Zeit der Gründung hin.

Die erste urkundliche Erwähnung Menzels datiert aus dem Jahr 1221. In diesem Jahr genehmigt die Äbtissin Jutta von Böddecken einem ihrer Ministerialen, daß er den Bäckerdienst beim Stifte niederlegen darf (Urk. D. Bistums Paderborn, Nr. 95a). Als Zeuge fungiert dabei neben anderen Herboldus de Meltele.

Seit der Gründung Menzels hatte der Ort viele Krisen zu überstehen. Hier ist insbesondere das Jahr 1622 zu nennen. Der Herzog Christian von Braunschweig, evangelischer Bischof von Halberstadt, kam im 30jährigen Krieg von den katholischen Heeren auf seinem Weg in die Pfalz zurückgeworfen, in das militärisch ungedeckte Westfalen. Um sein aus Söldnern bestehendes Heer bezahlen zu können plünderte er unsere Heimat. Der Rüthener Bürgermeister Brandis schreibt in seiner Chronik, daß Christian im Jahre 1622 neben einigen anderen Orten auch Menzel plünderte und anschließend den Ort in Schutt und Asche aufgehen ließ. Der Ort wurde jedoch wieder aufgebaut und fiel nicht wüst wie viele andere Dörfer.

Nach dem Ende der Streitigkeiten, das vor 350 Jahren durch den westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück beschlossen wurde, erholten sich die heimischen Orte nur langsam. Zu sehr waren Wirtschaft und Handel ruiniert worden. Das Herzogtum Westfalen, in dem Menzel liegt, blieb in seiner Struktur bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten. Durch die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und den Machtverlust der Kirche kam es zu tiefgründigen Veränderungen. Die Kirche verlor nicht nur ihre politische Macht, sondern wurde quasi enteignet. Die jahrhundertelange Herrschaft Kurkölns über das Herzogtum Westfalen war beendet. 1803 fiel dieses auf Weisung Napoleons an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Bereits 1815 wechselte der Landesherr schon wieder. Das Herzogtum wurde als Provinz Westfalen in das Königreich Preußen eingeordnet. Die preußische Regierung teilte unsere Heimat neu ein. Menzel liegt seitdem im Regierungsbezirk Arnsberg und gehörte zum Kreis Lippstadt. Kleinste Einheit war damals der Schultheißbezirk. Der Schultheißbezirk Menzel umfaßte 60 Häuser mit 357 katholischen Einwohnern. Heute gehört Menzel zur Stadt Rüthen im Kreis Soest.

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